Deutsch  |  English
NEWS

“Ask Wine&Partners.
They know how to do it.”

Peter-Jordan-Straße 6/3
1190 Wien

+43 1 369 79 900
office@wine-partners.at
  | Suche

Qualitätsfokus auf eine Rebsorte

Carnuntum setzt dem Zweigelt die Krone auf

22.07.2020

Wer Carnuntum sagt, meint Zweigelt. Das hat seinen Grund. In letzter Zeit noch mehr, denn die Carnuntiner  entwickeln die Sorte immer häufiger hin zur Königsdisziplin: reinsortige Einzellagenweine. Das geht aber nicht von heute auf morgen, sondern verlangt viele Jahre Fokus, Disziplin und Kritikfähigkeit.

Besser gemeinsam

Was Carnuntum auszeichnet, ist die Selbstverständlichkeit des Schulterschlusses. Die Zusammenarbeit der Winzer funktioniert zwischen den einzelnen Betrieben ebenso gut, wie im Dorfverbund oder auch auf Regionsebene. Bereits 1992 gründeten die Carnuntiner den Verein der Rubin Carnuntum Weingüter. Ziel war damals, mit einem eigenen Zweigelttypus eine Gemeinschaftsmarke zu gründen, die jedem Weingut hilft, sich in der österreichischen Weinszene besser zu positionieren. Der Rubin Carnuntum hat sich rasch etabliert und ist heute aus den heimischen Regalen nicht mehr wegzudenken. Die Ansprüche der Winzer an ihre eigenen Weine stiegen aber weiter. Man wollte genau wissen, wo man noch Qualitätspotenzial ausreizen konnte. 2006 wurde eine eigene Zweigelt-Arbeitsgruppe gegründet, um mit wissenschaftlicher Genauigkeit herauszuarbeiten, in welchen Lagen, in welchem Rebalter und bei welchen Vinifikationsmethoden die spannendsten Weine in Carnuntum entstehen würden.

Korken Rubin Carnuntum © Steve Haider
Seit beinahe 20 Jahren wird akribisch an der Verfeinerung der Rebsorte Zweigelt gearbeitet. © Steve Haider

Parallel dazu führten die Carnuntiner eine intensive geologische Untersuchung ihrer Weinhänge durch. In Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Geologieinstitut wurden die Lagen auf ihre Bodentypen, Wasserleitfähigkeit, Wärmespeicherfähigkeit sowie auf ihre mineralischen Komponenten untersucht.

All dies Wissen führte zu einer noch stärkeren Hinwendung zu Einzellagenweinen, und dies wiederum hatte 2018 den Beitritt zum Verein der Österreichischen Traditionsweingüter zu Folge. Neun Lagen in Carnuntum wurden als Erste Lagen (1ÖTW) klassifiziert. Einige dieser Top-Lagen bieten dem Zweigelt besonders gute Bedingungen. Somit ist Carnuntum nicht nur das einzige Gebiet, das Erste Lagen-Rotweine produziert, sondern hier hat auch der Zweigelt in der obersten Liga seinen Platz gefunden.

Autochthone Rebsorte Zweigelt © ÖWM / Oberleitner
Autochthone Rebsorte Zweigelt © ÖWM / Oberleitner

Die heimische Rebsorte Zweigelt

Zweigelt ist eine autochthone, rote Rebsorte die aus Blaufränkisch und St. Laurent gekreuzt wurde. Im Jahr 1921 vom Ampelographen Professor Fritz Zweigelt als „Zweigeltrebe Blau“ kreiert, erfolgte der große Durchbruch erst in den 1950er Jahren durch Lenz Moser. Erst 1972 fand die Sorte den Weg in das damals neue Rebsortenverzeichnis für Qualitätsweine. 1978 wurde der Sortenname in „Blauer Zweigelt“ abgeändert und das Synonym „Rotburger“ geboren. Heute ist der Zweigelt in Österreich die am weitesten verbreitete Rotweinrebe.

Der Erfahrungsaustausch

906 Hektar sind in Carnuntum mit Reben bepflanzt. 235 Hektar, also rund ein Viertel der Fläche, ist dem Zweigelt gewidmet. Gemäß der Entwicklungen in den 80er und 90er Jahren fließt etwa die Hälfte dieser Produktion in Cuvées – zumeist mit Blaufränkisch oder internationalen Sorten.  Etwa 120 Hektar Zweigelt werden reinsortig abgefüllt.

Die Stilistik dieser Weine veränderte sich in den letzten Jahren stark. Während mächtige Weine mit viel Neuholzanteil noch vor 20 Jahren die Spitze der österreichischen Rotweinszene ausmachten, erkennt man heute eine klare Tendenz zu mehr Frische, zu kühler Aromatik und zu individuellem Ausdruck.

Terroir Carnuntum © Tom Lamm
Die Böden in Carnuntum bieten dem Zweigelt eine gute Basis. © Tom Lamm

Wie spiegelt sich der Boden im Wein wider?

Zweigelt ist eine Rebsorte, die den Boden perfekt im Glas ausdrückt. Grundsätzlich kann gesagt werde: je karger der Boden, desto karger der Wein, je nährstoffreicher, desto üppiger.

Genau deshalb fühlt sich der Zweigelt bei der Vielfalt an Böden in Carnuntum so wohl. Auf kargeren Schotterböden wirkt der Zweigelt straffer, präziser, nicht so saftig, aber dafür umso mineralischer am Gaumen. Auf den Löss- und Lehmböden entwickelt der Zweigelt eine weichere, wärmere Struktur mit saftiger, dunkler Beerenfrucht in Kombination mit einer spannenden Würze im Abgang. Die warmen sandigen Böden hingegen wirken sich üppiger aus und die Frische geht verloren. Der Kalk im Unterboden ist verantwortlich für Frische, Struktur und Eleganz. Auch der Tongehalt im Boden ist für die Struktur und Säure führend. Dies gibt dem Lagerpotential einen kräftigen Aufschwung.

Der Zweigelt und seine Herausforderungen im Weingarten

Die Traubengesundheit legt den Grundstein für den Wein. Aus schlechtem Traubenmaterial kann niemals ein großartiger Wein entstehen. Die bekannte Traubenwelke ist bis heute zwar unbesiegbar, aber kontrollierbar. Man erkannte, dass die Trauben, soweit das Vorjahr von Trockenstress und höheren Erträgen geprägt war, eher zur Welke tendieren. Daher sind Maßnahmen, wie das Wipfeln, die Bodenbearbeitung und Begrünung, die dadurch die Nährstoffdichte im Boden erhöht, sowie die Ertragsreduzierung unabdingbar. Der frühreifende Zweigelt, dank des Kreuzungspartners St. Laurent, mit seiner dünnen Schale und extrem dichtbeerigen Trauben, tendiert grundsätzlich zu Edelfäule (Boytrits cinerea). Der kontinuierliche Wind in der Region und die Begrünung gegen ein zu schnelles Traubenwachstum halten aber gut gegen diese Pilzkrankheit an. Esca tritt bei Zweigelt in Carnuntum selten auf. Die Umstellung vieler Winzer auf einen sanfteren, wundarmen Rebschnitt gehen mit dem Nachhaltigskeitsgedanken der Winzer einher.

Wie sich die Zweigelt-Rebe entwickelt…

Die Erfahrung zeigt mittlerweile, dass innerhalb der ersten 15 Lebensjahre eines Zweigelt-Rebstocks eher leichtfüßigere und fruchtbetontere Weine zum Vorschein kommen. Erst dann bekommen sie mehr Tiefgang, Komplexität und Würze mit der typischen Frucht. Sobald Rebstöcke das 25. Lebensjahr erreicht haben, beginnen die Weine seidiger und engmaschig strukturierter zu werden. Gut, dass die Region Carnuntum von vielen Familien langjährig bewirtschaftet wird und die Weinberge gut erhalten werden konnte.

Rebstock Carnuntum © Photographie Helmreich
Immer mehr Carnuntiner Weingüter stellen auf bio um. © Photographie Helmreich

Welche Jahrgänge?

Da reinsortige Zweigelt in der Vergangenheit seltener gefüllt wurden, gibt es wenige Exemplare, die eine Jahrgangsentwicklung illustrieren können. Die ältesten Zweigelt sind derzeit rund 20 Jahre und begeistern bei jeder Probe – und zwar nicht nur die „großen“ Jahrgänge, sondern auch aus Jahren mit kühlerer Witterung. Aus der Erfahrung der Winzer zeigen sich aktuell folgende Jahrgänge sehr spannend: 1999, 2000, 2004, 2009, 2010, 2011, 2013, 2015 und 2016.

Jahrgänge mit kühlerem Witterungsverlauf bis Juni, gefolgt von einem trockenen August und September seien grundsätzlich zu bevorzugen, meinen die Winzer. Die Beschreibung der wichtigsten Vertreter aus dem jüngsten Jahrzehnt:

  • 2009: warmer Jahrgang, kraftvolle Weine
  • 2011: sehr hohe physiologische Reife, gehaltvolle runde Weine
  • 2013: elegant, etwas kühler, frische, fruchtige Weine
  • 2015: optimaler Witterungsverlauf, schwarz, fruchttiefe Weine
  • 2017: sehr warm, extraktvolle Weine
  • 2019: Vollreife, schöne Frucht, sehr warm, gute Säurestruktur

Wie viel und wie wenig Ertrag verträgt der Zweigelt?

Es gibt kein Patentrezept, sagen die Carnuntiner Winzer. Jede Lage muss für sich beurteilt werden, vor allem im Zusammenspiel mit den Jahrgangsvariationen, die sich immer extremer entwickeln. Aus der langjährigen Erfahrung lassen sich aber ein paar Parameter ablesen: Bei rund 7.000 bis 8.000 kg Traubenertrag pro Hektar werden leichtere bis mittelkräftige Weine hervorkommen, bei einer Ertragsreduktion auf 4.000 bis 6.000 kg pro Hektar entstehen kräftigere Weine. Die Ironie des Weinbaues ist, dass man besonders Arbeitszeit einsetzen muss, um geringe Erträge zu erreichen. Die Ertragsreduktion gelingt durch intensive Grünarbeit, durch Ausdünnen ganzer Trauben und Geiztrauben. Je nach Lage können verschiedene Unterlagsreben zu balanciertem Wachstum beitragen. Idealerweise erntet man nur etwas 1 bis 1,5 kg Trauben je Rebe –  alte Reben sind da besonders hilfreich, wenn man viel Dichte bei harmonischem Charakter ernten möchte. Gerade in sehr trockenen Sommern ist diese Ertragsreduzierung auch im Hinblick auf das Risiko der Traubenwelke von Vorteil.

Carnuntum Arbesthal © Photographie Helmreich
Carnuntum kann auch Romantik © Photographie Helmreich
Zweigelt Lese © Rubin Carnuntum Weingüter

Klimawandel?

In der Kategorie der blauen Trauben zählt der Zweigelt zu den früh reifenden Sorten. Das bedeutete noch vor zwei Jahrzehnten, dass Zweigelt Anfang bis Mitte Oktober geerntet wurde. Heute sind die Zweigelttrauben bereits Mitte/Ende September reif, etwa 100 Tage nach der Blüte, die – aufgrund der warmen Frühlingswitterung – ebenfalls immer früher stattfindet. Sobald die Traubenkerne braun werden, die Beeren aber noch fest sind, ist der Zeitpunkt erreicht. Früher erntete man nach Zuckergehalt, das Refraktometer ist aber dank Klimawandel meist obsolet geworden. Die Winzer verlassen sich auf ihren Geschmack, oder – wenn man messen möchte – auf den pH-Wert, der über die Reifeentwicklung der Säure Auskunft gibt. Idealerweise liegt der pH-Wert der Trauben zum Zeitpunkt der Lese bei zumindest 3,2.

Neue Ausdrucksformen?

In all ihren Bemühungen um die Sorte haben die Carnuntiner Winzer das Ziel, dem Zweigelt zu einem neuen, komplexen und dennoch feinen Ausdruck zu verhelfen. Als gemeinsame Klammer hat man sich für Carnuntiner Zweigelt auf den Ausdruck „kernig“ geeint. Damit soll die etwas kühlere Stilistik beschrieben werden, die Carnuntum vom Burgenland unterscheidet. Carnuntum liegt nicht mehr im Einflussbereich des Neusiedlersees und genießt daher ein absolut kontinentales Klima mit heißeren Tagen und kühleren Nächten. Auch der Maria Ellender Wald sowie die Donauauen, die das Weinbaugebiet Richtung Norden abschließen, sorgen für Abkühlung und pronunzierte Unterschiede zwischen Tag und Nacht.

Bei der Vinifizierung von Einzellagen-Zweigelt ist diese Entwicklung zur Herkunftsstilistik deutlich zu spüren. Kannte man entweder fruchtig leichte oder schwer-aromatische, holzgeprägte Weine, so sind es heute saftige, würzige Weine mit oftmals straffer Säurestruktur, die den Ton angeben. Das hängt nicht nur mit dem früheren Erntezeitpunkt zusammen, sondern auch mit der besonderen Sorgfalt im Keller: Die Vergärung wird oftmals in kleineren Chargen und ohne Zusatz von Reinzuchthefe durchgeführt, sodass die Gärtemperaturen von vornherein kühler bleiben (ca. 28°C). Bei der Verarbeitung der Trauben werden immer häufiger ganze Beeren, ohne anquetschen, manchmal auch ganze Trauben mit den Stielen verwendet. Beim Auslaugen setzen immer mehr Winzer auf sanftes Vorgehen durch händisches Untertauchen des Maischekuchens. So gelingt es, die Struktur und Länge zu unterstützen. Beim Holzeinsatz greifen die Carnuntiner vermehrt auf größere Holzfässer zurück, die die Zufuhr von Sauerstoff beschränken und engmaschigere Weine hervorbringen. Nach rund eineinhalb bis zwei Jahren werden die Einzellagen-Zweigelt gefüllt und entwickeln dann ihre eigene Persönlichkeit und Charaktere, denen man gerne eine Krone aufsetzt.

 

Rubin Carnuntum Wein © Bruno Arnold
Ein hervorragender Speisenbegleiter Tag ein Tag aus. © Bruno Arnold

Der Zweigelt zeigt sich als Allrounder für die Speisenbegleitung. Im klassischen Bereich empfiehlt er sich zu italienischen Klassikern wie Pasta und Pizza und alles mit Tomaten. Kräftiger Zweigelt passt gut zu dunklem Fleisch oder Röstnoten.

Die empfohlene Trinktemperatur beträgt max. 18 °C, besser jedoch leicht gekühlt bei 15 °C.

 

2018 wurden neun Lagen aus Carnuntum als Erste Lagen klassifiziert (1ÖTW). Einige davon haben sich als tolle Terroirs für reinsortigen Zweigelt etabliert:

Rubin Carnuntum Weingüter Riedenkarte 2019 © Rubin Carnuntum Weingüter
Lagenkarte Carnuntum © Rubin Carnuntum Weingüter
ÖTW Erste Lage Aubühl © Rubin Carnuntum Weingüter/ Robert Herbst
ÖTW Erste Lage Aubühl © Rubin Carnuntum Weingüter/ Robert Herbst

Die Ried Aubühl 1ÖTW steigt als flacher Rücken von Höflein Richtung Westen bis zum darüber gelegenen Beginn des Ellender Waldes an. Der Untergrund der Weingärten ist aus vorwiegend sandigen, teils auch schluffig- tonigen Sedimenten des Miozän aufgebaut. Im südöstlichsten und im nordwestlichsten Abschnitt sind sie von etwas Löss überlagert. Die Böden sind tiefgründig und kalkhaltig. Löss ist in den vegetationsarmen Kaltzeiten vom Wind verfrachteter und wieder abgelagerter Gesteinsstaub. Durch die kühlen Einflüsse des darüber gelegenen Waldes behalten die Weine trotz der hitzigen Böden und dem warmen pannonischen Klimaeinfluss ihre Frische und Würze.

ÖTW Erste Lagen Bärnreiser © Rubin Carnuntum Weingüter/ Robert Herbst
ÖTW Erste Lagen Bärnreiser © Rubin Carnuntum Weingüter/ Robert Herbst

Die Höfleiner Ried Bärnreiser 1ÖTW liegt am östlichen Abbruch der Donauschotterterrasse der Arbesthaler Hügelkette ohne direkte Waldbegrenzung. Namensgebend ist das mittel- hochdeutsche ‚Reisern‘, was daraufhin deutet, dass auf dieser kargen, schottrigen und heißen Lage die natürliche Vegetation nur aus Gestrüpp und Reisig bestand. Am Oberhang liegt Quarzkies – Feinschotter, der stellenweise auch die unterhalb liegenden, feinkörnigeren Miozän-Ablagerungen (Pannonium) aus Ton-Schluff und Sand bedeckt. Die Böden sind sehr kalkhaltig und unter den Schotter- und Kiesschichten tiefgründig, was den Weinen besondere Vitalität und Komplexität verleiht.

ÖTW Erste Lagen Haidacker © Rubin Carnuntum Weingüter/ Robert Herbst
ÖTW Erste Lagen Haidacker © Rubin Carnuntum Weingüter/ Robert Herbst

Die Ried Haidacker 1ÖTW ist der sanfte Ausläufer der Donauschotter-Hügelkette in Göttlesbrunn. Die sehr flach gegen Nordosten ansteigende Lage ist aus vorwiegend sandigen und teils schluffig-tonigen sowie auch kiesigen Sedimenten des Miozän aufgebaut. Generell sind die Böden sehr kalkhaltig und tiefgründig, was auf eine ausgedehnte Seen- und Flusslandschaft mit Auwäldern vor rund 10 Millionen Jahren zurück zu führen ist. In der Ried Haidacker sind sowohl die warmen pannonischen Einflüsse als auch die kühlen Winde und Abkühlungen während der Nacht durch die nördlich gelegene Donau und dem großen Maria Ellender Wald am Plateau der Hügelkette spürbar. Die Weine sind dadurch sehr feingliedrig und balanciert.

ÖTW Erste Lagen Kirchweingarten © Rubin Carnuntum Weingüter/ Robert Herbst
ÖTW Erste Lagen Kirchweingarten © Rubin Carnuntum Weingüter/ Robert Herbst

Die Ried Kirchweingarten 1ÖTW ist ein sanft abfallender Südhang direkt unter der Kirche in der Ortsgemeinde Höflein. Die Riede ist von schluffig-tonigen Ablagerungen des Pannoniums sowie teilweise von Lösschichten bedeckt. Tonige Ablagerungen sind in Carnuntum sehr selten. Die Böden sind tiefgründig und sehr kalkhaltig. Die Weine dieser Lage sind von Kernigkeit, frischer Säure und straffer Struktur geprägt.

ÖTW Erste Lagen Rosenberg © Rubin Carnuntum Weingüter/ Robert Herbst
ÖTW Erste Lagen Rosenberg © Rubin Carnuntum Weingüter/ Robert Herbst

Die Göttlesbrunner Ried Rosenberg 1ÖTW ist eine nach Süden geöffnete, windgeschützte Lage, welche von den abkühlend wirkenden Laubwäldern umarmt wird. Im oberen Bereich des Hanges finden wir kalkarme Kiesablagerungen des ehemaligen Flussbettes der Donau. Am Unterhang liegen kalkreiche Sedimente der ehemaligen Seen- und Flusslandschaft, Tone, Schluffe und Sande des Miozän (Pannonium). Die Weine aus dem Rosenberg sind von großer Intensität und Frische geprägt.

ÖTW Erste Lagen Schüttenberg © Rubin Carnuntum Weingüter/ Robert Herbst
ÖTW Erste Lagen Schüttenberg © Rubin Carnuntum Weingüter/ Robert Herbst

Die Ried Schüttenberg 1ÖTW in Göttlesbrunn ist mit gut 280 Meter die höchste Erhebung der Arbesthaler Hügelkette und – nomen est omen – sehr stark von den Terrassenschottern, dem ursprüngliche Flussbett der heute etwa 130 Meter tiefer fließenden Urdonau geprägt. Die rund 2 Millionen Jahre alte, etwa 50 cm dicke Schotterauflage, liegt über sandig-lehmigen Sedimenten des Pannoniums mit tiefengründigen kalkhaltigen Böden. Der hohe Kies- und Steinanteil bringt in Verbindung mit den kühlenden Waldrändern besonders straffe Weine mit kühler Mineralik hervor.

ÖTW Erste Lagen Steinäcker © Rubin Carnuntum Weingüter/ Robert Herbst
ÖTW Erste Lagen Steinäcker © Rubin Carnuntum Weingüter/ Robert Herbst

Die Ried Steinäcker 1ÖTW liegt auf einem Rücken, der aus kalkarmen bis kalkfreien, kiesigen Schottern eines alten Donaulaufes gebildet wurde und zieht sich flach Richtung Höflein. Der Schotter liegt auf tonig-sandigen, untergeordnet kiesführenden Ablagerungen des Miozän und wird gegen Nordwesten von Löss überlagert. Löss ist in den vegetationsarmen Kaltzeiten des Pleistozän vom Wind verfrachteter und wieder abgelagerter Gesteinsstaub. Er ist von mehliger Konsistenz und immer kalkhaltig. Die Ried ist am nähesten zur Donau gelegen und profitiert von den starken Abkühlungen während der Nacht. Der Name ist auf den hier dominierenden Donauschotter zurückzuführen, welcher die Wärme des Tages speichert, jedoch auch karge, kernige Struktur in die Weine bringt.

BILDER (downloadbar)