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Falter Ego

Der zweite Jahrgang des Grazer Stadtweins ist da

03.05.2019

Seit 1. Mai ist der zweite Jahrgang des Grazer Stadtweines erhältlich. Schon jetzt ist die Nachfrage nach dem „Hauswein“ der Grazer groß. Zu verdanken hat die Stadt ihr neues Kulturgut dem südsteirischen Winzer Hannes Sabathi, der am Grazer Kehlberg historische Rebflächen rekultiviert hat.

Hannes Sabathi © M. Klimek
Hannes Sabathi macht Wein in Graz für Graz. © Manfred Klimek

Eine junge Erfolgsgeschichte
Nach fünf Jahren hingebungsvoller Weingartenarbeit konnte Hannes Sabathi im Frühling 2018 erstmals die Grazer Stadtweine unter dem Label „Falter Ego“ füllen, die binnen kürzester Zeit ausverkauft waren. Mittlerweile sind 2,5 Hektar der bepflanzten 5 Hektar Rebfläche im Ertrag, genug um der starken Nachfrage gerecht zu werden: „Ich freue mich riesig, dass die Grazer meinen Wein als den ihren angenommen haben und sich mit dem schönen Produkt identifizieren“.

Das kann kein Zufall sein
Es war wohl Bestimmung, die den Terroir-Fanatiker Hannes Sabathi auf den verwilderten Grazer Kehlberg, der Anfang des 20. Jahrhunderts berühmt für seine Weine war, führte. Das Zusammenspiel von außergewöhnlichen Dolomit-Böden mit einer spannenden Thermik am Weinhang, die beeinflusst ist von der Wärmewirkung der Stadt, machen den Kehlberg zu einem prädestinierten Standort für Weinbau. So wurde der Hang vom Gestrüpp befreit, und 2014 pflanzte Sabathi wieder Reben.

Grazer Stadtblick © Flora P.
Blick vom Weingarten am Kehlberg in das Grazer Feld. © Flora P.

Aus dem Duo wird ein Trio
Waren es im letzten Frühling zwei Stadtweine aus den steirischen Paradesorten Sauvignon Blanc und Gelber Muskateller, die lanciert wurden, so bekommt das Paar dieses Jahr Verstärkung mit dem Grauburgunder aus dem Jahrgang 2017 – eine Rebsorte, die der Winzer besonders liebt. „Der Grauburgunder zeigt auf den harten Dolomit-Böden eine besonders schöne kühle Würze, Präzision und schlanke Kraft. Ein Wein ganz nach meinem Geschmack“, schwärmt Hannes Sabathi. Gepflanzt wurden die Reben im unteren Teilstück des Kehlberges, wo eine höhere Lehmauflage über dem Dolomit-Gestein für die charmante, weiche Komponente im Wein sorgt. Anders als Sauvignon Blanc und Gelber Muskateller, braucht der Grauburgunder für die Entfaltung seines Potenzials den Ausbau im 500-Liter-Fass und dementsprechend mehr Zeit. Nach der steirischen Qualitätspyramide ist der Grauburgunder somit in der Qualitätsstufe Riedenwein einzuordnen.

Gelber Muskateller und Sauvignon Blanc zeigen mit animierender Saftigkeit und sehr lebendiger Säure ganz klar die prächtigen Merkmale der üppigen Vegetation des Jahrganges 2018, die durch den warmen Sommer schier überbordete. Dieser feine Hauch an Opulenz steht den Weinen gut, sind sie doch ob der kargen Dolomit-Böden in ihrer Essenz von einer kühlen, fast streng anmutenden Mineralik.

Falter Ego © J. Krassnig
Falter Ego: Grazer Terroir in Flaschen gefüllt. © J. Krassnig

2018 Sauvignon Blanc Grazer Stadtwein FALTER EGO (16,40 Euro ab Hof),
2018 Gelber Muskateller Grazer Stadtwein FALTER EGO (13 Euro ab Hof) und
2017 Grauburgunder Ried Kehlberg Grazer Stadtwein FALTER EGO (19 Euro ab Hof)

sind seit 1. Mai erhältlich – auf www.hannessabathi.at, bei Der Steirer (Belgiergasse 1, 8020 Graz),
bei Wein & Co Graz (Joanneumring 13, 8010 Graz und in der Shopping City Seiersberg)
und bei Kastner & Öhler HOME (Erdgeschoss, Eingang Murgasse, 8010 Graz).

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Warum „FALTER EGO“?
Die Metamorphose des Kehlberges blieb von der Natur nicht unbemerkt. An den revitalisierten Hängen fand die seltene Osterluzei-Pflanze wieder ihren angestammten Lebensraum, um sich zu entfalten. Mit ihr kam der noch seltenere Osterluzei-Falter. Die Raupen des Falters ernähren sich ausschließlich von der Osterluzei-Pflanze. Die Anwesenheit dieser Spezialisten am Grazer Kehlberg ist ein klares Indiz für das ökologische Gleichgewicht, das am Kehlberg herrscht. Die Verbundenheit des Falters mit dem Weinberg macht ihn zum Namensgeber für den Grazer Stadtwein von Hannes Sabathi, dem Alter Ego des südsteirischen Winzers.

Die Stadt Graz hat Weinbaugeschichte
Was kaum jemand weiß: der Kehlberg – und mit ihm die Stadt Graz – hat eine lange Weinbauhistorie. Bereits 1140 wurde Weinbau in Graz urkundlich erwähnt. 1820 gab es Rebflächen in allen 23 Randgemeinden der Stadt. Die größte Anzahl der Weingärten befand sich an den Hängen der westlichen Umrahmung des Grazer Feldes. Mehr als 190 Hektar von Graz waren mit Reben bepflanzt. 37 Hektar davon alleine auf dem Kehlberg. Kriege, günstige Konkurrenzware, Verstädterung, voranschreitende Industrialisierung mit attraktiveren Arbeitsplätzen als im beschwerlichen Weinbau in Steillage, schlechte Kultivierung der Flächen und unrentabler Nebenerwerb ließen die Weinberge nach und nach vom Stadtbild verschwinden. Nur die besten Lagen der Stadt, jene am Kehlberg, konnten länger bestehen. Anfang des 20. Jahrhunderts war der Kehlberg sogar als „Kleingrinzing“ bekannt und ein beliebtes Ausflugsziel für die Grazer, die hier in zahlreichen Buschenschänken den lokalen Wein und den schönen Ausblick genossen. Dann schlief der Weinbau auch hier ein. 1967 schloss der letzte Buschenschank seine Tore, und nur noch vereinzelt wurden Reben für den Eigenbedarf gepflegt. Dass am Kehlberg einst großartiger Wein wuchs, geriet für lange Zeit in Vergessenheit.

Kehlberg historisch
Der Kehlberg einst und jetzt in seiner Funktion als Weinberg. © Weingut Hannes Sabathi
Kehlberg © M. Klimek
© M. Klimek
Osterluzeifalter © Naturschutzbund
Der geschützte Osterluzeifalter am Kehlberg. © Naturschutzbund
Kehlberg Dolomit © M. Klimek
Der Dolomit-Boden am Kehlberg ist prädestiniert für den Weinbau. © M. Klimek