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Farthofer nicht nur am Brennkessel kompetent, sondern auch als Sprecher

„Du hast mir vorgeführt, wovon ich träume!“

13.03.2019

Wenn man seine Leidenschaft zum Beruf macht, gibt es oftmals ein prägendes Vorbild. Am diesjährigen Craft Spirits Festival in Berlin erhielt Josef Farthofer von der gleichnamigen Destillerie ein großes Kompliment während seines Vortrages.

Arbeitet von Anfang an handwerklich und Bio: Josef Farthofer am Craft Spirits Festival in Berlin, interviewt vom Veranstalter Theo Ligthart © Anna Warnow Destille Berlin

Ist Craft immer Bio? Bio immer Craft?

Seit 2012 findet in Berlin das Craft Spirits Festival statt, Doris und Josef Farthofer verfolgen es von Anfang an. Am ersten Tag des diesjährigen Festivals (2. + 3. März 2019) mit 99 Ausstellern und tausenden Gästen sprach er mit dem Veranstalter des Festivals, Theo Ligthart, zum Thema „Ist Craft immer Bio? Bio immer Craft?“ Die Deutsche Theresa Bullmann, Mit-Inhaberin des Atelier du Bouilleur nahe Montpellier, hörte gespannt zu. Sie verfolgt unter anderem als Initiatorin des Naturschnaps-Manifests die Field-to-bottle Praxis, die komplette Verwertung der Rohstoffe und die nachhaltig ökologische Bewirtschaftung von Farthofer mit großem Interesse. Bullmann drückte Josef schließlich ihre Bewunderung mit den Worten „Du hast mir vorgeführt, wovon ich träume!“ aus.

Farthofer (46) arbeitete schon zu einer Zeit Bio, als es im Supermarkt gerade das erste Bio-Gemüse gab und eine Handvoll Winzer biologisch wirtschafteten. Craft ist natürlich nicht immer Bio und Bioprodukte stammen nicht automatisch von handwerklich arbeitenden Produzenten. Der Inhaber des Familienbetriebes mit acht Angestellten hält nichts von romantisch-verklärtem Wirtschaften. Im Gegenteil, Farthofer nutzt den technologischen Fortschritt. Er ließ z. B. in Spanien einen seichten Pflug bauen, um die Humusschicht auf seinen Äckern zu schonen. Für die Vergärung von ausgewählten Fruchtbränden und den Whiskies verwendet Josef Reinzuchthefen, um ein präzises Fruchtaroma zu garantieren, während der Birnendessertwein Mostello spontan vergoren wird und dadurch seine Eigenständigkeit untermauert wird.

Die Wissensvermittlung liegt Farthofer im Blut: er lehrt an der FH Wieselburg in Niederösterreich Unternehmensgründung und gibt sein Wissen an Start ups weiter. Bei Fachveranstaltungen tritt er seit vielen Jahren regelmäßig als geschätzter Sprecher auf. Was ihn als solchen auszeichnet, beschreibt Freimeisterkollektiv-Gründer Theo Ligthart so: „Josef ist ein Vorbild für die neue Generation an Brennern. Er stellte nicht nur seine gesamte Landwirtschaft auf Ökobanbau um, sehr beeindruckend finde ich auch, dass die Energie für die Destillerie nachhaltig erzeugt wird.“

Farthofers neueste Leidenschaft ist Whisky: Selbstverständlich Craft und Bio. Alle Rohstoffe kommen darüber hinaus von maximal 30 Kilometer rund um die Destillerie. Auf der ProWein zu verkosten! Halle 17, A 37.
Die Errichtung einer eigenen Mälzerei eröffnet Farthofer ein völlig neues Aromenspektrum für seine Whiskies.
Sechs Sorten Getreide baut Farthofer auf seiner eigenen 45 Hektar großen Landwirtschaft an.
Los geht's! Doris und Josef Farthofer vor ihrer Mälzerei.
Schritt 1: Die Weiche. Acht Stunden lang liegt das Getreide in 15 - 17°C warmem Wasser.

Was ist da überhaupt alles drin?

Engagierte Konsumenten stellen sich diese Frage schon lange nicht mehr nur bei Lebensmitteln und Wein. Spirituosen sind ebenso im Fokus von bewussten Konsumenten. Die Antwort darauf fällt im Falle Farthofer recht knapp aus – oder ziemlich lange, je nach Zeit des Fragestellenden.

  • „Vom Feld in die Flasche“ beschreibt in einem Satz die Besonderheit Farthofer-Brände.
  • Sechs Bio-Getreidesorten baut Josef Farthofer auf seiner 45 Hektar großen Bio-Landwirtschaft in Biberbach im Mostviertel selber an, zwei weitere Sorten kauft er von Kollegen zu.
  • Das sehr reine, kristallklare Wasser wird aus einer Quelle in Familienbesitz geschöpft – auf Granit, also besonders weiches, mildes Wasser mit nur 2 deutschen Härtegraden (im Vergleich zu den im Mostviertel oft üblichen über 20 dH).
  • Obst und Früchte kultiviert Familie Farthofer in den eigenen Gärten und Anlagen, vieles davon wird sogar händisch gepflückt. Wenige Rohstoffe wie etwa Botanicals für O.Gin werden in Bio-Qualität zugekauft.
  • Für das aktuelle Herzensprojekt von Josef Farthofer, Whisky, stammen alle Rohstoffe aus einem Umkreis von 30 Kilometer rund um die Destillerie. Um auch von Biomalz-Zulieferern unabhängig zu sein, errichtete der Tüftler letzten Herbst sogar eine eigene Mälzerei. Kaum noch eine schottische Destillerie betreibt eine eigene Mälzerei, in der gesamten Schweiz gibt es keine einzige mehr. Das Investment für die Autarkie in diesem Bereich liegt im sechsstelligen Euro-Bereich.
  • Auf der ProWein können die neuen Whiskies in Halle 17, A 37 verkostet werden.
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