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Kriecherl-Brand von Farthofer

Die Wilde mit dem Stein

11.09.2019

Josef Farthofer hat Kriecherl gebrannt. Das Ergebnis ist ein spektakulär fruchtiges Destillat mit hoher Eleganz.

Doris und Josef Farthofer sind Spezialisten für feine Fruchtdestillate. (C) Manfred Horvath

Ursprünglich bis in die Wurzelspitzen

Die Familie der Pflaumen, lateinisch prunus, ist vielfältig und bunt. Eines der köstlichsten Familienmitglieder wird in Österreich Kriecherl genannt, und man findet sowohl gelb-grüne als auch blau-violette Variationen davon. Sie als Ringlotte zu bezeichnen, hieße, dem Kriecherl seinen Stammbaum abzusprechen. Denn Kriecherl sind wilde Pflaumen: sie sind also nicht auf eine andersartige Unterlage gepfropft, wie das bei Edelobstsorten (und eben auch bei der sehr ähnlich aussehenden Ringlotte) der Fall ist. Kriecherl sind durch und durch ursprünglich. Was sie noch kennzeichnet, ist das Festhalten am Kern. Während sich etwa die Zwetschke von ihrem Stein löst, wenn sie reif ist, bleibt das Fleisch des Kriecherl fest mit dem Stein verbunden. Deswegen findet man auch selten einen Kriecherl-Kuchen…

Schlank und apart

Für den Brenner ist die Sache mit dem Stein kein Problem, denn beim Maischen für Destillate werden diese mechanisch entkernt, um möglichst wenig Marzipanton in das fertige Destillat zu bekommen. Farthofer setzt hier auf die sensible Fruchtnote.

Eine andere Eigenschaft des Kriecherl stellt da schon mehr Herausforderung dar: Es hat eher ein recht verhaltenes Aroma. Um dieses dennoch einzufangen, maischt Farthofer seine Kriecherl kühl und nicht zu lange. Unmittelbar in der abklärenden Gärung wird das Kriecherl bereits destilliert. Das Ergebnis ist kein mächtiges Destillat, eher eine elegante aparte Schönheit, die – dank der schonenden Maischung  – mit spektakulärer Aromatik betört.

Der Kriecherl-Brand - perfekte Basis für einen Sour. © Farthofer

2019 und 2011

Als Fan des delikaten Kriecherls hat Josef Farthofer in den vergangenen zwanzig Jahren mehr als fünfzig Hochstammbäume in seiner eigenen Bio-Landwirtschaft in Biberbach gepflanzt. Die Hochstammbäume wachsen sehr langsam, und sie alternieren – d.h. sie tragen nicht jedes Jahr. Aus der Ernte 2019 konnte Farthofer daher nur einige hundert Kilo der österreichischen Spezialität einmaischen und destilliert. Das Ergebnis reift nun in Edelstahltanks für mindestens fünf Jahre lang, damit das aparte Destillat seinen optimalen Charakter entfaltet.

Die Reife abgeschlossen hat hingegen der Jahrgang 2011, der aus blauen Mostviertler Weinkriecherl gebrannt wurde und nun in 0.35 l Flaschen erhältlich ist.

Ungeahnte Eignung

Die Aromatik, der schlanke aber sehr strukturierte Körper und die wunderbare Säurekomponente sind einzigartige Tugenden des Kriecherl-Brandes, die ihm eine Eignung verleihen, an die man nicht gleich denken würde: Er ist die geniale Grundlage für einen Sour.

Wenn Sie Interesse haben, ihn zu testen, klicken Sie bitte hier, wir senden Ihnen gerne ein Muster (100ml).