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Zeit und Raum für Whisky und Mostello

Farthofer lagert im Stift Seitenstetten

17.09.2020

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Dechant Georg Haumer, Abt Petrus Pilsinger, Doris und Josef Farthofer besiegeln die Zusammenarbeit mit einem Glas Whisky. © Prüller
Dechant Georg Haumer, Abt Petrus Pilsinger, Doris und Josef Farthofer besiegeln die Zusammenarbeit mit einem Glas Whisky. © Prüller

Die Brände – vor allem der Whisky und der „Mostello“ (ein portweinähnliches Getränk auf Basis von Birnenmost) – von Doris und Josef Farthofer brauchen Zeit zum Reifen. Die Fässer lagern im 1874 errichteten Kellerhaus in Öhling im Mostviertel, das die Farthofers 2007 liebevoll restauriert haben und „Mostelleria“ nennen. Das denkmalgeschützte Gebäude ist bis unters Dach voll mit Holzfässern.

„Wir brauchen mehr Platz, um unsere Produkte in Ruhe reifen zu lassen“ erwähnte Doris Farthofer bei einer der Führungen durchs Haus. Pater Franz vom benachbarten Stift Seitenstetten hörte die Worte, diskutierte mit seinen Mitbrüdern im Benediktinerorden und schlug den Farthofers schließlich vor, die Fässer im barocken Stiftskeller zu lagern.

Bei Doris und Josef Farthofer wird achtsamer Ressourcen-Umgang großgeschrieben. © Prüller
Bei Doris und Josef Farthofer wird achtsamer Ressourcen-Umgang großgeschrieben. © Prüller

Die Farthofers sind Bio-Produzenten und dafür bekannt, dass sie – „From Field to Bottle“ -besonders innovativ und nachhaltig arbeiten. Das Getreide für ihre Brände kommt aus der eigenen Landwirtschaft, das Wasser aus der eigenen Quelle, zuletzt wurde sogar eine eigene Mälzerei angeschafft, um zu 100% autark arbeiten zu können. Die Kooperation mit dem Stift Seitenstetten passt perfekt in die Philosophie der verantwortungsbewussten Unternehmer.

Zum achtsamen Umgang mit Ressourcen zählt nämlich auch der Erhalt von fruchtbarem Boden:

„Die Lagermöglichkeit im Stift ist eine geniale Lösung“, freuen sich Doris und Josef Farthofer, „denn abgesehen von den Kosten für einen Neubau ging es uns vor allem auch darum, dass wir keine wertvolle Bodenfläche versiegeln wollten.“

Außerdem bietet der barocke Gewölbekeller perfekte Bedingungen: gleichbleibende Temperatur, gleichmäßige Luftfeuchtigkeit und keinerlei Erschütterungen.

„Einstens wurde der Gewölbekeller für die Aufbewahrung unseres Messweins genützt. Seit vielen Jahren steht der aber bereits leer“, so Petrus Pilsinger, der Abt des Stifts Seitenstetten.

Der Benediktinermönch, der zudem Direktor des Stiftsgymnasiums ist, schwärmt: „Die Synergie mit den platzsuchenden Farthofers gibt dem Keller also wieder seine Funktion zurück.“

Im Keller des Stifts dürfen die Whiskies und der Mostello heranreifen… © Prüller
Im Keller des Stifts dürfen die Whiskies und der Mostello heranreifen… © Prüller

Die Fässer lagern in Stift Seitenstetten direkt unter dem historischen Marmorsaal, in dem die vier Kardinaltugenden abgebildet sind: Gerechtigkeit, Tapferkeit, Sanftmut und Mäßigung.

„Das richtige Maß“ liegt auch den Farthofers sehr am Herzen: „Wir arbeiten nur mit hochwertigsten Grundprodukten, da ist mässiger und achtsamer Genuss eigentlich selbstverständlich.“   

Das Stift Seitenstetten wurde bereits 1112 gegründet. Die prächtige Architektur und die Gemälde stammen allerdings aus dem Barock, der wirtschaftlichen Blütezeit des Stiftes.

Neben dem kontemplativen geistigen Leben ist den Benediktinern in Seitenstetten vor allem aber auch die Arbeit mit der Natur sehr wichtig. Die Gärten des Stiftes sind legendär. Hier findet man eine ausgedehnten Anlage mit alten Obstsorten, einen großen Kräutergarten, einen Landschaftsgarten aus dem 19. Jahrhundert und natürlich einen beeindruckend künstlerisch angelegten Barockgarten. Der große Wirtschaftsgarten versorgt die Klosterküche das ganze Jahr mit frischem Obst und Gemüse aus eigenem Anbau.

Abt Petrus Pilsinger und Dechant Georg Haumer sind durch einen Besuch in der Mostelleria auf die Synergie mit den Farthofers gekommen. © Prüller
Abt Petrus Pilsinger (links) und Dechant Georg Haumer sind durch einen Besuch in der Mostelleria auf die Synergie mit den Farthofers gekommen. © Prüller