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Wiener Winzer holt sich Ceres-Award, Deutschlands wichtigsten Landwirtschafts-Preis.

Fritz Wieninger ist Biolandwirt des Jahres 2020

19.11.2020

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Fritz Wieninger, Stammersdorf, Wien, © Herbert Lehmann
Für den Ceres-Award bewarben sich mehr als 200 Landwirte aus dem deutschsprachigen Raum. Fritz Wieninger gewann die begehrte Kategorie "Bester Biolandwirt". Die Juroren: " Bio ist nicht nur, wie ein Landwirt oder eine Landwirtin arbeitet. Es hat auch viel damit zu tun, Neues zu denken, Ungewohntes zu probieren und andere Wege zu gehen. Daraus kann Großes entstehen. Wie bei unserem Sieger in der Kategorie Biolandwirt."

Ein Biobauer aus einer Millionenstadt – das ist kein Widerspruch. Österreichs Hauptstadt Wien hütet nicht nur stolz einen beachtlichen Grüngürtel, sondern ist zudem die einzige Metropole weltweit, die eine ganze Weinbau-Region von mehr als 600 Hektar innerhalb der Stadtgrenzen ausweisen kann. Einer der führenden Wiener Winzer wurde jetzt mit dem wohl renommiertesten Preis für nachhaltige Landwirtschaft im deutschen Sprachraum ausgezeichnet: Fritz Wieninger erhielt den Ceres-Award 2020 und darf sich „Biolandwirt des Jahres“ nennen.

Der Ceres-Award wird jedes Jahr vom Fachverlag agrarheute unter Schirmherrschaft des Deutschen Bauernverbandes in insgesamt zehn Kategorien vergeben. 200 Bewerbungen stellten sich heuer dem Urteil der 34 Juroren, die Kandidaten kamen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Luxemburg. Für den Namen des Awards stand die römische Göttin Ceres Pate, die Schutzherrin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit. Als Symbol des Einklangs zwischen Mensch und Natur soll sie die Bedeutung einer verantwortungsvollen Landwirtschaft unterstreichen.

Begehrte Kategorie: Biolandwirt

Dass ausgerechnet ein Wiener Winzer die begehrte Kategorie „Biolandwirt“ für sich entscheiden konnte, ist kein Zufall. Wieninger bewirtschaftet seinen Betrieb schon seit 2006 biologisch, seit 2011 sind seine Weine biodynamisch zertifiziert. „Eine andere Art zu denken und zu arbeiten kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Wieninger – und tut dies in großem Stil. Nicht weniger als 75 Hektar Rebfläche werden von ihm kultiviert, darunter einige der besten Lagen auf Wiens berühmtesten Weinberg, dem Nussberg. Wieningers Weingut, das er schon mit 21 Jahren von seinen Eltern übernommen hat, liegt im idyllischen Vorort Stammersdorf, auf der anderen Seite der Donau. Seit einigen Jahren führt er noch einen zweiten Betrieb, wo er unter der Marke Hajszan-Neumann maischevergorene Weine produziert, die mittlerweile ebenfalls international begehrt sind. Insgesamt produziert Wieninger an die 460.000 Flaschen pro Jahr und exportiert in mehr als 50 Länder weltweit.

In Wieningers Weinen steckt die naturnahe Bewirtschaftung, die Diversität der Wiener Lagen und Böden kommt bei jedem einzelnen Wein wunderbar zum Ausdruck.

Was Wieninger vorantreibt

Fritz Wieninger ist beständig auf der Suche nach noch höherer Weinqualität. Dieses unermüdliche Engagement führte vor rund 15 Jahren zur Umstellung auf den biologischen Weinbau einerseits – und zur Wiederbelebung der Wiener Weinkultur andererseits. Denn noch zu Anfang dieses Jahrhunderts waren Weine aus Wien eher unpopulär. Wieninger jedoch machte aus dem Wiener Wein innerhalb weniger Jahre ein international gefragtes Qualitätsprodukt.

2006 gründete mit einer Handvoll Gleichgesinnter die Gruppe WienWein, die gemeinsam eine halb vergessene lokale Spezialität aus dem Dornröschenschlaf holte, nämlich den Wiener Gemischten Satz, der heute der bedeutendste Wiener Wein und so etwas wie ein Wahrzeichen der gesamten Weinregion geworden ist.

Seit dem Jahr 2009 ist Wieninger Mitglied von „respekt-BIODYN“, einer Gruppe von 23 Weingütern in Österreich, Deutschland, Italien und Ungarn, sie sich zusammengetan haben, um in engem Austausch mit ihren biodynamischen Methoden qualitätsvolle und naturbelassene Weine zu erzeugen. Und seit 2017 ist das Weingut Wieninger Mitglied der Vereinigung „Österreichische Traditionsweingüter“ und hat sich damit dem Jahrhundertprojekt der „Lagenklassifikation“ angeschlossen. Bis dato wurden in Wien 12 Lagen zu „Ersten Lagen“ klassifiziert.

Tolles Terroir für naturbelassene Weine

Charakteristisch für den Weinbau in Wien ist die hohe Diversität auf engem Raum. Wieninger bewirtschaftet Rieden vor allem am Bisamberg und am Nussberg, die getrennt durch die Donau, unterschiedliche Böden und Klimabedingungen aufweisen.

„Typisch wienerisch sollen meine Weine sein, nach dem jeweiligen Terroir und dem Jahrgang schmecken, puristisch und lange haltbar sein. Das ist für mich beim Weinmachen das Wichtigste“, sagt der leidenschaftliche Landwirt. Wieningers Fokus auf Ökologie, Nachhaltigkeit und Qualität hat sich längst ausgezahlt. Trotzdem sagt er: „Es gibt noch so viel zu tun. Denn ich bin überzeugt, dass dem Bio-Landbau die Zukunft gehört und finde es äußerst spannend, in einer Zeit zu leben, wo sich diese Überzeugung in unserer Gesellschaft mehr und mehr durchsetzt.“

Weinlage Langteufel Nussberg 2018 © Herbert Lehmann
Wien ist die einzige Hauptstadt der Welt mit relevantem Weinbau innerhalb der Stadtgrenzen. Der Wiener Nussberg, direkt neben der Donau gelegen, bietet den Winzern ein besonders spannendes Terroir und den Spaziergängern einen traumhaften Blick auf ihre Stadt. © Herbert Lehmann