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Junge Frauen geben Carnuntum ein neues Antlitz

Starke Frauen hat das Land

24.06.2019

Sorry, this entry is only available in German.

Die Rubin Carnuntum Winzerinnen © Rubin Carnuntum Weingüter
v. l.: Karoline Taferner, Victoria Gottschuly-Grassl, Michaela Riedmüller, Stefanie Böheim, Johanna Markowitsch, Christina Artner-Netzl

Christina Artner-Netzl, Stefanie Böheim, Victoria Gottschuly-Grassl, Johanna Markowitsch, Michaela Riedmüller und Karoline Taferner sind die strahlenden jungen Frauen, die Carnuntum ein neues Antlitz verpassen. Nicht alle wollten seit jeher Winzerinnen werden. Ihre Wege zum Wein waren ganz unterschiedlich. Bevor sie in die Familienbetriebe einstiegen, wollten sie sich vergewissern, dass die Entscheidung aus Begeisterung und nicht nur aus Traditions- und Pflichtbewusstsein entstand. Nun sind die Power-Frauen im elterlichen Weingut  angekommen. Einige haben bereits die Verantwortung übernommen, andere schnuppern gerade das erste Jahr Winzerluft.

Die Erwartungen sind hoch und die Herausforderungen groß. Immerhin werden die sechs jungen Winzerinnen wichtige Betriebe des Gebiets übernehmen, fünf davon sind übrigens Mitglieder der Österreichischen Traditionsweingüter. Die jungen Winzerinnen haben innovative Ideen, nicht nur für die eigenen Weingüter, sondern auch für die Region und die Gebietsmarke Rubin Carnuntum. Sie stehen mit ihren Plänen zwar noch am Anfang, die Aussichten sind aber groß und spannend. Dass Carnuntum eine Region von toughen Frauen ist, haben auch schon Pionierinnen gezeigt – wie etwa Angelika Pimpel Artner (Weingut Bio Artner Bodentreu) in Sachen Biowein, Magdalena Gratzer-Sandriester (Weingut Familie Gratzer-Sandriester), die einen der dynamischsten Heurigen der Region führt oder Dorli Muhr (Weingut Muhr-van der Niepoort), die am Spitzerberg eine neue Kategorie von Blaufränkisch entwickelt und vorangetrieben hat.

Rubin Carnuntum Winzerinnen Johanna Markowitsch, Christina Artner-Netzl und Dorli Muhr © Anna Stöcher/ ÖWM
Frauen, die Carnuntum beim internationalen Winesummit repräsentierten: Johanna Markowitsch, Christina Artner-Netzl und Dorli Muhr © Anna Stöcher/ ÖWM

Johanna Markowitsch
Weingut Gerhard Markowitsch in Göttlesbrunn

Seit der Weinlese 2018 ist Johanna in den Betrieb der Eltern aktiv. Aktuell hilft sie überall mit, aber ihre Lehrjahre sind noch nicht vorüber. Deshalb will sie auch noch viele Erfahrungen im Ausland sammeln und zu Hause einbringen. Nach dem Studium der Unternehmensführung hat Johanna drei Jahre bei einem großen österreichischen Weinhändler gearbeitet. Jetzt möchte die wissbegierige 24-jährige beobachten, lernen und ihre eigene Linie entdecken. Eine Richtung lässt sie schon erahnen: Gerade erst präsentierte sie ihre ersten eigenen Pet-Nats.

Der Unterschied zwischen Frau und Mann im Weinbau?
Das Genderthema geht mir eigentlich auf die Nerven. Das Produkt sollte im Vordergrund stehen.

Das Feingefühl von Christina Artner-Netzl prägt die Weine des Weinguts. © Steve Haider

Christina (Tina) Artner-Netzl
Weingut Franz & Christine Netzl in Göttlesbrunn

Tina wollte schon als Kind Winzerin werden und hat Weinmanagement und Marketing in Eisenstadt studiert. Seit 2007 ist sie im Familienbetrieb, hat mit viel Feingefühl die Weine im Betrieb weiterentwickelt. Offiziell gehen die Eltern demnächst in den Ruhestand, sie hofft aber auf noch jahrelange Unterstützung hinter den Kulissen. Die Lese ist für die 34-jährige Winzerin der spannendste Moment des Jahres: “Ich will die Weine nur begleiten, nicht verändern. Dafür sind viele, jeweils vom Jahrgang abhängige Entscheidungen zu treffen.”

Der Unterschied zwischen Frau und Mann im Weinbau?
Als Frau muss man das Wissen und Können erstmal beweisen. Aber jede Generation bringt ihre Veränderung, egal ob durch Frau oder Mann.

Stefanie (Steffi) Böheim
Weingut Böheim in Arbesthal

Eigentlich wollte Steffi in die Gastronomie. Aber dann hat sie doch Oenologie und Weinbau an der Universität für Bodenkultur studiert. Seit dem Umbau der hauseigenen Vinothek im letzten Sommer kann sie nun ihre beiden Leidenschaften verbinden. Events, Weinverkostungen, Martinimarkt zählen zu Stefanies Lieblingsaufgaben, die aber nur mit ausgleichender Arbeit im Weingarten und Keller funktionieren. Dort baut sie auch die ersten eigenen Weine aus, komplett unbehandelt und unfiltriert.

Der Unterschied zwischen Frau und Mann im Weinbau?
(lacht) Beim Liefern muss ich nicht so schwer schleppen wie der Papa.

Stefanie Böheim setzt auf komplett unbehandelte und unfiltrierte Weine. © Steve Haider
Für Victoria Gottschuly-Grassl gehen hochwertige Weine und regionale Kulinarik Hand in Hand. © Steve Haider

Victoria Gottschuly-Grassl
Weingut Gottschuly-Grassl in Höflein

Für Victoria stand früh fest: In den Betrieb steigt sie nur ein, wenn sie Wein und Gastronomie verbinden kann. Aus diesem Grund gibt es am Weingut Gottschuly Grassl einen Heurigen, der im Sommer “ausg’steckt” hat und mit regionalen Gerichten in zeitgeistigem Ambiente verwöhnt. Als niederösterreichische Weinkönigin tauchte sie 2015 bis 2017 erstmals tief in den Weinbau ein. Alles noch auf der repräsentativen Seite, versteht sich. Doch seither machte die 27-jährige unter anderem als SALON Jungwinzertalent von sich reden.

Der Unterschied zwischen Frau und Mann im Weinbau?
Den Betrieb werde ich später gemeinsam mit meinem Mann auf Augenhöhe weiterführen. Es gibt keinen Unterschied.

Michaela (Michi) Riedmüller
Weinbau Michaela Riedmüller in Hainburg

2009 ist sie neben dem Oenologiestudium an der Universität für Bodenkultur und nach einem Praktikum im sonnigen Südafrika in den elterlichen Betrieb eingestiegen. Seit drei Jahren ist sie jetzt ihre eigene Chefin. Im vergangenen Jahr veröffentlichte sie ihre eigene Weinlinie, die Philosophie und Herkunft ihrer Weine gleichermaßen auf das Etikett bringt. Auch für den Buschenschank der Eltern hat sie große Pläne: “Wein soll leben und das kann man dort einfach am besten transportieren”, sagt die 29-jährige. Ihre Vision ist ein Gesamtkonzept aus Genuss und Weinerfahrung.

Der Unterschied zwischen Frau und Mann im Weinbau?
Das Geschlecht ist weniger wichtig als Lehrstätte, Kreativität und Persönlichkeit. Das prägt den Wein deutlich mehr.

Kreativität und Persönlichkeit prägen Michaela Riedmüllers Weine. © Steve Haider
Weltenbummlerin mit festen Wurzeln: Karo Taferner ist im Familienbetrieb angekommen. © Steve Haider

Karoline (Karo) Taferner
Weingut Taferner in Göttlesbrunn

Als Karoline ihren Entschluss mitteilte, nach Hause zu kommen und den Betrieb übernehmen zu wollen, stiegen den  Eltern Freudentränen in die Augen. Diese Entwicklung war nämlich alles andere als absehbar, wohnte doch die heute 30-jährige damals in Dubai und jettete als Flugbegleiterin durch die Welt. Nach dem Studium von Weinbau und Oenologie und Praktika in Australien, Neuseeland und Tasmanien ist sie seit letztem Jahr offiziell gemeinsam mit ihrem Vater die Chefin am Weingut. Prinzipiell ist sie mit dem Betriebserfolg sehr zufrieden, will aber die Themen “biologischer Anbau” und “Nachhaltigkeit” in den nächsten Jahren stärker fokussieren.

Der Unterschied zwischen Frau und Mann im Weinbau?
Ich wünsche mir, dass es in Zukunft keinen Unterschied mehr gibt. Ich kenne Frauen, die besser Traktor fahren und Männer, die besser verkosten. Also … was soll das Ganze?